nächsten Sonntag…

Veröffentlicht: 22/03/2011 in gesellschaftlich, politisch

… ist Wahl in Baden Württemberg. Wie komm ich da ausgerechnet jetzt darauf, Nachts um halb eins, darüber zu schreiben? Ganz einfach, ich hab auf Sat1 die Sendung „Eins gegen Eins“ angeschaut. Gabor Steingart (Chefredakteur des Handelblatts) und Guido Westerwelle (ähm Außendingens von uns) haben in einer dreiviertelstündigen Sendung die Frage „Atom, Libyen – einmal Hü, einmal Hott: Macht Wählen noch Sinn?“ diskutiert. Die Sendung an und für sich war nichts besonderes, zwei Menschen haben sich, mit zeitweiser Unterstützung von Gleichgesinnten, über aktuelle Themen unterhalten. Ich habe sie aufgrund des politischen Hintergrunds verfolgt. Aber die Frage finde ich spannend.

Das Studiopublikum hat die Frage mit 80% bejaht, bei einer Wahlbeteiligung von 100%. Ich versuche jetzt nicht in die übliche Stimmung zu kommen wenn ich mir darüber Gedanken mache. Sonst würde ich die Antwort schreiben: „Nein, ist vollkommen sinnlos. Die vergessen nach der Wahl was Sie vor der Wahl versprochen haben.“ Ich denke man sollte nicht so viel auf den Wahlkampf schauen. Wir haben vor einer Wahl immer ein paar Jahre in denen wir die Leute beobachten können. Aufgrund dieser Beobachtungen kann man meistens eine Entscheidung treffen. Und wem es dann so geht wie mir, bei der letzten Bundestagswahl, der geht nicht wählen. Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht damals und konnte auch nicht komplett wegbleiben und habe somit ungültig gewählt. Ich habe auf diese Art versucht ein Statement abzugeben, zu sagen: „Keiner von Euch kriegt meine Stimme!“ Es hört nur keiner darauf. Desweiteren glaube ich, dass, bei unserem Auswertungsystem, Nichtwählen dazu führt, dass wir Macht aus der Hand geben an irgendwelche Wirtschaftsbosse. Ihr merkt schon, meine Argumentation läuft auf ein eindeutiges „ja“ hinaus. Ich finde nicht ein Argument das gegen das Wählen spricht.

Allerdings gibt es eine Sache in der ich mit Herrn Steingart übereinstimme. Das Nichtwählen ist von unseren Verfassungsvätern als Alternative vorgesehen worden. Als Alternative um eine allgemeine Unzufriedenheit auszudrücken. Und ich meine (hoffe), dass die sinkende Wahlbeteiligung kein Ausdruck von Desinteresse ist, sondern einer von Enttäuschung und Resignation. Die Politiker kümmern sich zu wenig bzw. falsch um die Leute die am Sonntag zu Hause bleiben. Sie stellen irgendwelche Plakate auf die das Schönste versprechen, sie reden schöne Worte auf schönen Wahlkampfveranstaltungen und sie sprechen so, dass sie keiner mehr versteht. Das wirkt alles überheblich, arrogant, und wer will schon was mit einem arroganten Schnösel zu tun haben. Die Menschen sehnen sich doch nach einem der klare, einfache und verständliche Worte spricht. Ich glaube auch deswegen hatte zu Guttenberg einen solchen Erfolg.

Ich komme jetzt zu einem Punkt, den ich immer wieder anspreche und auch vorher kurz angedeutet habe, das Verrechnungssystem der abgegebenen Stimmen. Hier werden die Stimmen einer Partei anteilig an den abgegebenen Stimmen in Prozent berechnet. Wäre es nicht viel ehrlicher und auch gerechter, die Stimmen anteilig an den wahlberechtigten Stimmen zu berechnen. Wenn die CDU bei einer Wahlbeteiligung von 50% einen Stimmenanteil von 30% hat, dann würde nach meinen Vorstellungen dastehen, die CDU hat 15% der Stimmen erreicht. Ich glaube dann würde sich was bewegen.

Ich für meinen Teil würde trotzdem bei jeder Wahl wieder in der Wahlkabine stehen und politisches Roulette spielen.

sachma

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