Sondermüll aus Bits und Bytes

Veröffentlicht: 25/03/2011 in beruflich, gesellschaftlich

Gestern Abend habe ich über den Fall dieser unsäglichen Internetseite, deren einziger Zweck es zu sein scheint andere auf die übelste Art zu beleidigen, einen Bericht auf (ja genau) Phoenix gesehen. Lange habe ich mir überlegt ob ich den Namen dieser Seite nennen soll oder nicht. Nur damit jeder weiß wovon ich rede tu ich das hiermit, aber bitte keine Beusche dieser Seite. Die Rede ist von iShareGossip. Dieser Fall hat mehrere Emotionen in mir wachgerufen.

Erstmal, die bloße Existenz dieser Internetpräsenz widert mich an. Was für ein kranker Mensch muß man sein, um so etwas ins Leben zu rufen? Verdient jemand damit Geld, was schon schlimm genug wäre, oder ist da jemand wirklich so verdreht, dass er das aus Überzeugung tut? In dem Fall kenne ich einen guten Psychologen, der kann bestimmt helfen.

Als dann das Argument fiel, die Seite jetzt zu löschen würde das Problem ja auch nicht lösen, bin ich wütend geworden. Mein erster Reflex war der Gedanke: „Scheiße, das ist auch noch die verdammte Wahrheit!“ Es hat nicht lange gedauert bis ich darauf kam, dass das vielleicht die Wahrheit ist, das aber nicht heißen muß, dass man gar nichts macht, die Seite online bleibt und jeder da lustig weiter seine Scheiße reinschreiben kann. Die Seite aus dem Netz zu nehmen wäre ein Zeichen, ein Zeichen, dass ein solches Verhalten in unserer Gesellschaft nicht toleriert wird. Und solche Zeichen müssen gesetzt werden. Ich bin ein großer Verfechter der Freiheit, die in unserem Grundgesetz verankert ist. Aber es gibt da einen Satz, der genau sagt wie weit die Freiheit des Einzelnen gehen darf. „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit Anderer beginnt.“ Ich weiß nicht mehr woher dieser Satz kommt, leider nicht von mir. Auf dieser Grundlage darf diese Seite nicht existieren, da ihr einziger Daseinszweck die Einschränkung von Freiheit ist.

Der Fall der es jetzt in die Medien geschafft hat, ist natürlich ein ganz besonders extremer Fall von einem kompletten Versagen des sozialen Systems. Jetzt bricht der Sozialpädagoge in mir durch. Ich würde gerne die große Medienschelte auspacken und der immer größeren und offensichtlicheren Gewalt in Funk und Fernsehen die Schuld geben. Aber wenn 20 Jugendliche einen Einzelnen auf das übelste Zusammenschlagen, ist das erstens nicht Neues und zweitens haben da die direkten Bezugspersonen es versäumt diesen Menschen Anstand beizubringen. In erster Linie sind das mal die Eltern. Desweiteren frage ich mich ob die Pädagogen und Lehrer in der Umgebung dieser Schüler mit Scheuklappen rum laufen. Sowas kündigt sich lange vorher an und man kann es sehen. Man hätte das Ganze pädagogisch aufarbeiten können.Wie gesagt, ein Komplettversagen des Systems.

Ich hoffe irgendjemand hackt die Seite und zerstört den kompletten Server.

sachma

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Kommentare
  1. Peter Siepe sagt:

    schon mal ein schritt in die richtige Richtung!

    Nach Prügelattacke – Mobbing-Seite kommt auf den Index
    isharego*sip.com wird in Zukunft nicht mehr über Suchmaschinen im Internet zu finden sein. Die Mobbing-Site zum anonymen Lästern war nach einer Prügelattacke auf einen Schüler in die Kritik geraten.

    http://www.n24.de/news/newsitem_6752517.html

    • sachma sagt:

      Ja das ist ein guter Anfang. Und, jetzt zitier ich wieder ohne die Quelle nenne zu können, „jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“

  2. stefanprass sagt:

    Von der Seite habe ich noch nicht mal was gehört, was wohl für mich spricht. 😉

    Ich tue mich mit solcherlei Restriktionen immer schwer. Solche Seiten sind überflüssig wie ein Eiterpickel am Hintern, aber wie Du ja auch schon andeutest, wären in einer aufgeklärten Gesellschaft solche Seiten nur schwerlich zu betreiben.
    Aber in einer Gesellschaft, wo die Nicht-Bildung immer mehr zu einem praktizierten System verkommt, werden auch immer mehr solche krassen Auswüchse hochkommen. Worüber sich unsere christlich-konservativen wunderbar aufregen können, ohne jemals die eigentliche Ursache zu erkennen…

    • sachma sagt:

      Ich bin mir nicht sicher das ein solches Verhalten mit der Bildung zusammenhängt. Es geht um Wertschätzung und genseitigen Respekt. Das ist wieder zurückzuführen auf einen gewissen Teil der Bildung. Ich find es schwierig. Es geht um Werte und die werden in erster Instanz in der Familie vermittelt. Erst dann in der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen (in Baden Württemberg spricht man von der Jugendarbeit außerhalb der Schule als außerschulische Jugendbildung). Dort sollten sie dann geübt werden. Das bedeudet die Kinder und Jugendlichen brauchen einen gewissen Grundstock an verinnerlichten Werten. Im Elternhaus lernt man sowas durch nachahmen. Das bedeudet die Eltern müssen es vorleben. Und da sachließt sich jetzt der Kreis. Wir leben in einer Gesellschaft in der jeder nur nach seinen Bedürfnissen schaut. Treu dem Moto: „Wenn jeder nur an sich selbst denkt, ist an alle gedacht“. Darin sehe ich einen großen Fehler. Wenn jeder nur an sich selbst denkt, ist immer nur an einen gedacht nie an alle. Woher kommt diese Entwicklung? Es wäre jetzt natürlich leicht die Medien als Schuldigen ranzuziehen. Ich habe aber schon geschrieben, dass das nicht zählt. Es gibt genug Mneshcen die mit den gleichen Medien aufwachsen und nicht zum Gewalttäter werden. Unsere Gesellschaft krankt von innen. Und was wir sehen sind Nur Symptome. Das eigentliche Übel haben wir noch nicht erkannt.
      So jetzt bin ich wieder sehr ausschweifend geworden, aber so ist das wenn es mit ir durchgeht. 😉

  3. eliorod sagt:

    Die Diskussion hatten wir auch, ne?
    Aber du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass da sowohl die Erziehungsberechtigten als auch das Umfeld alle Augen zugedrückt haben müssen um das zu übersehen.
    Warum bekomme ich mehr und mehr das Gefühl, dass die Leute – offensichtlich – immer weniger in solchen Situationen eingreifen (wollen)? Zivilcourage sollte nichts besonderes sein – sondern selbstverständlich!

    Die Existenz dieser Seite ist in meinen Augen ein absolute Unverschämtheit. Nicht nur, dass da ein anscheinend krankes Hirn sich überlegt hat, wie man Mobbing unterstützen kann, nein, es gibt offensichtlich auch genug feige Menschen, die die Seite benutzen. In solchen Fällen ist die Anonymität des Internets einfach nur kacke. Ob es wohl etwas bringen würde, Täter und Opfer zusammen zu bringen…?

    • Peter Siepe sagt:

      Servus eliorod,
      Zivilcourage hin oder her. Ich habe immer geholfen wenn ich Stress mitbekommen
      habe. mal als Schlichter, mal aber auch „gewalttätig“.
      Halt an die Situation angepasst. Letzte Woche ist mein Cousinen aufs übelste
      zusammengeschlagen worden, weil er Nichtraucher ist und dementsprechend auch
      keine Zigarette für den „Täter“ hatte. Was macht man als Außenstehender,
      Wenn man diese Situation sieht? Richtig. Abstand, Handy > Polizei und auf Distanz Verfolgen … ich Verabscheue gewallt ohne ende. ob nun gerechtfertigt (gibt es das überhaupt) oder einfach die aus „Just for Fun“ … so, jetzt ersma den Faden verloren …

      ach ja … Ich habe selbst einen 12 Jährigen Sohn. Bei mir gibt es eine Strenge ( :D) und absolut Gewaltfreie Erziehung. ich bin froh, das mein Sohnemann das angenommen
      hat. Leider hat er das zu gut angenommen. Er wehrt sich nicht. gut, mittlerweile macht er ein wenig Kampfsport und wird sich Verteidigen können. Ich schwafel schon wieder
      ohne ende, merkste das? 😉

      Nein, der Punkt ist, da stimme ich dir vollkommen zu, das man dieses Versagen zu 90%
      den Eltern/Erziehungsberechtigten in die Schuhe schieben kann. klar gibt es Eltern, die vollkommen überfordert sind, das die Kids machen was sie wollen, aber bitte … da gibbet doch Hilfe!

      zur Seite selbst… kann ich nicht viel sagen, da die hier sofort gesperrt (im Router) worden ist.

      Hatte grad nochmal den Test gemacht …
      Google-Suche: iShareGossip
      Ungefähr 2.460.000 Ergebnisse (0,34 Sekunden)

      oder hab ich da was falsch Verstanden?

      Grüßle

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