Entschleunigt

Veröffentlicht: 16/09/2011 in philosophisch, privates

Jetzt ist es 47 Tage her,  dass ich umgezogen bin und seit 12 Tage habe ich kein Auto mehr. Irgendwie ist mein Leben seither viel ruhiger geworden. Wenn ich mir irgendwelche Filme, Serien oder irgendwas angucken will, entscheide ich mich bewußt was ich anschauen will. Das schönste ist, dass ich das dann tun kann ohne Werbung ertragen zu müssen. Nachrichten schaue ich mir bewußt an und nicht mehr weil sie grade laufen.

Kleine Anekdote am Rand: Ich war die Woche aus um Champions League Spiele anzuschauen. Die Leute mit denen ich aus war haben sich irgendwann über eine bestimmte Frage von „Wer wird Millionär?“ unterhalten. Ich weiß jetzt zwar, dass ein Squashball einen Tropfen Wasser enthält und dass die Kandidatin richtig geraten hat, interessiert hat es mich nicht.

Was folgt daraus? Ich habe mir früher Tag für Tag Scheiße im Fernsehen reingezogen, die mich nicht die Bohne interessiert. Dabei habe ich mich über die ständigen Werbepausen aufgeregt. Dieses Ärgernis habe ich aus meinem Leben entfernt.

Filme im Fernsehen waren für mich auch zu einem Reizthema geworden. Immer mehr Szenen wurden beschnitten damit man in der gleichen Sendezeit mehr Platz für Werbung hat. Es ist wirklich ein Hochgenuss sich die Filme anzuschauen unbeschnitten und ohne Werbung.

Nun zum Thema Auto. Mein Fahrrad ist grad zur Inspektion in der Werkstatt. Ich befürchte, ein paar Teile müssen ersetzt werden. Die Kette habe ich seit drei Jahren drauf und wenn ich Pech habe muß das hintere Ritzelpaket auch gewechselt werden. Das alles hat zur Folge, dass ich zu Fuß und mit öffentlichen unterwegs bin. Wenn man sich damit abgefunden hat, dass man die Geschwindigkeit mit der man unterwegs ist nur sehr bedingt beeinflussen kann, ist das ein sehr relaxtes Leben. Ich reg mich nicht mehr über andere Autofahrer auf. Wenn ich zu spät dran bin gerate ich nicht mehr in Hektik, ändern kann ich es eh nicht mehr.

Was ich hier lang und breit erklärt habe und erörtert habe führt zu einem Schluß:

Mein Leben hat sich extrem entschleunigt.

sachma

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Kommentare
  1. Sash sagt:

    Das mit der bedingten Beeinflussbarkeit der Geschwindigkeit ist ein guter Gedanke. Ich muss allerdings erwähnen, dass man dazu das Auto nicht zwingend loswerden muss.
    Wenn man einfach mal erkennt, dass man jetzt nicht „mindestens 100 fahren könnte, wenn nicht dieser ****-Radfahrer da rumkriechen würde“, sondern dass es gerade einfach nicht schneller geht, dann hat man schon viel gewonnen…

  2. sachma sagt:

    Dich bringt ja eh fast nix aus der Ruhe. Aber ich reg mich doch immer und über alles auf 🙂

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