der schnöde Mammon

Veröffentlicht: 19/09/2011 in gesellschaftlich, politisch

Lange habe ich mich zu den aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklungen ausgeschwiegen. Das hat mehrere Gründe. Erstens verstehe ich einiges von Volkswirtschaftslehre. Ich verstehe genug davon um zu merken, dass uns zurzeit eine Menge Unsinn erzählt wird und genug um zu wissen, dass ich zu wenig weiß, um wirklich zu verstehen was da passiert in Europa, wie die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Volkswirtschaften der Eurozone sind, ob der Euro überhaupt sinnvoll war bzw. ist in der Form wie wir ihn ausgestaltet haben. Zweitens wird sehr viel darüber geschrieben und da ist auch durchaus interessantes und lesenswertes dabei. An dieser stelle möchte ich auf die „empörte Ökonomen“-Reihe bei binnsenbrenner aufmerksam machen. Trotz allem möchte ich mit meinem bescheidenem Wissen und meinem Verständnis von Wirtschaft etwas zum Thema beitragen.

Grundsätzlich war ich von Anfang an ein gr0ßer Befürworter einer gemeinsamen Währung. Allerdings habe ich auch gleich zu Anfang Bedenken gehabt ob eine gemeinsame Währung Sinn macht, wenn der Währungsraum nicht eine gemeinsame Wirtschaftspolitik verfolgt. Auch habe ich mir bei so mancher Währungsraumerweiterung Gedanken darüber gemacht, ob das nicht zu früh ist. Sowohl für die Währung als auch für den Staat der da einsteigt. Viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass da persönliche finanzielle Interessen dahinter standen. Bei einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik, wäre die Hemmschwelle eine viel höhere, sich der Währung anzuschließen. Außerdem wären dann solche Fälle wie in Griechenland nicht möglich. Kei einzelner Staat könnte sich seinen Haushalt dann schön rechnen. Wenn mich mein Gedächtnis nicht verlassen hat, habe ich diese Forderung in diesem Blog schon mal erhoben.

Ich sehe die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Eurozone als direkte Folge des Fehlens einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Und wenn man ganz ehrlich ist haben wir keine Wirtschaftskrise sondern eine finziele Krise der Politik. Der Wirtschaft geht es gut, nachdem sie ihre Probleme auf die Politik abgewälzt hat. Und jetzt fordern sie auch noch Subventionen ein.

Bis heute ist mir nicht klar, warum wir die Banken damals retten mußten. Banken haben sich durch verantwortungsloses Geschäftsgebaren in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Alles was die Staaten hätten tun sollen wäre eine gemeinsame Strategie entwickeln wie man mit dem Zusammenbruch der Banken umgeht. Wie man Monopolstellungen einzelner Kreditinstitute verhindern kann. Ob man nicht mehr Macht in die Hände der Zentralbanken gibt. Man hätte diese Situation nutzten können um eine gemeinsame Wirtschaftspolitik zu etablieren. Zu dieser Zeit wäre der Widerstand am geringsten gewesen. Die Angst vor einer Rezession wäre genug Motivation gewesen um sich nicht mehr ernsthaft zu wehren. Stattdessen hat man Banken wirtschaftlich saniert mit Steuergeldern (also unserem Geld).

Außer der Finanzkrise im Bankensektor und der schwierigen Situation in Griechenland geistern immer wieder andere Länder durch die Presse. Irland, Spanien, Portugal und Italien. Bei den ersten drei halte ich das Problem für lösbar. Iren haben Probleme immer schon eher gelöst als darüber gemeckert. Dann wird halt der Gürtel ein bißchen enger geschnallt. Irgendwann scheint schon mal wieder die Sonne. Bei Spanien und Portugal weiß ich zu wenig um überhaupt sagen zu können ob das nur hysterisches Geschwafel der Presse ist oder ob da wirklich ein Problem schlummert. Und jetzt zu Italien. Wir reden von dem Land in dem ein Mann wie Berlusconi immer wieder an die Macht kommt. Jeder weiß, dass dieser Mensch korrupt ist. Dass er Gesetzte so schafft, dass er für Straftaten nicht belangt werden kann. Was will man denn da erwarten? Glaubt jemand ernsthaft, dass die momentane italienische Regierung die Probleme im eigenen Land angehen will. Bisher haben die nur persönliche Interessen verfolgt. Ich befürchte, dass Italien unser größtes Problem in Europa ist.

Die weltweite Situation gestaltet sich noch schwieriger, da sie noch undurchschaubarer ist. Der Normalsterbliche kann schon längst nicht mehr durchschauen wie das läuft. Unternehmen agieren weltweit und die Staaten agieren national. Das bringt die Unternehmen in eine vorteilhafte Situation. Bei denen wird an der Spitze entschieden und dann wir d an der Basis umgesetzt. Staaten müssen erst miteinander verhandeln. Da werden dann alle nationalen Bedürfnisse abgewogen. Gleichzeitig achten alle Beteiligten darauf, dass sie zu Hause gut dastehen, es geht ja um Wählerstimmen. Dieses Mischmasch an unterschiedlichsten Interessen führt dazu, dass auf solchen Gx (8Absichtserklärungen abgegeben werden, die für niemanden bindend sind. Im Ernst liebe Regierungschefs macht eine Telefonkonferenz. da stehen Aufwand und Ertrag wenigstens in einem angemessenen Verhältnis.

Abschließend komme ich zu dem Schluß, dass der Ausspruch „Geld regiert die Welt“ leider immer wahrer wird.

Möge der Tag an dem das die einzige Wahrheit ist nie kommen

sachma

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