Der Papst oder warum ich nicht zu einer Kirche gehöre

Veröffentlicht: 26/09/2011 in gesellschaftlich, philosophisch

Ein Thema, dass mich in den letzten Tagen sehr amüsiert hat war die (Abschieds?) Tour des Papstes. Auch bei uns in Deutschland hat er einen Zwischenstop gemacht und ganz viele Menschen glücklich.

Lieblingspointe: (frei nach einem Kommentar auf tagesschau.de)

Der Papst kommt nach Deutschland und wird begrüßt von einem geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken, einer geschiedenen und wiederverheirateten Protestantin und von einem Homosexuellem.

Da kommt er uns arme verlorene Schäfchen besuchen und was tun die schwarzen unter den verlorenen Schäfchen? Sie demonstrieren gegen den Besuch des Papstes. Weil das ist ja so teuer. Dann kommt raus, dass der Vatikan das schön alles selbst bezahlt. Ja, aber, die Kosten die durch den Polizeieinsatz entstehen. Soweit ich weiß zahlt das auch der Vatikan und wenn nicht sind das nur Peanuts. Der deutsche Staat, also jeder der in diesem Land Steuern zahlt, bezahlt das Gehalt katholischer Geistlicher. Der Wahrheit zu liebe; auch evangelische Geistliche werden bezahlt (hier nachzulesen). Das heißt, dass jeder Moslem, Jude, Buddhist, Nichtreligiöser usw. auch mit an den Gehältern der christlichen Geistlichen zahlt. Gemessen daran sind die Kosten für den Polizeieinsatz wirklich Peanuts.

Das ist nach meiner Meinung ein riesen Skandal. Ich bin bewußt kein Mitglied der Kirche und trotzdem leben die von meinem Geld. Abgesehen davon, dass das gegen den Grundsatz der Trennung von Staat und Kirche verstößt, ist es nicht mehr zeitgemäß. Das kann vor 200 (in Worten zweihundert) Jahren anders gewesen sein.

Ich bin nicht getauft worden, weil meine Eltern wollten, dass ich selber entscheiden kann ob und wie ich getauft werden will. Ich habe die Bibel gelesen und ich habe mich mit vielen Moslems über den Islam unterhalten. Generell habe ich versucht übe möglichst viele Religionen etwas zu wissen. Alle Religionen haben gemeinsam, dass sie etwas Gutes erreichen wollen, dass das Zusammen der Menschen ein friedliches ist. Bei vielen Religionen ist aber dieser Anspruch auf die alleinige Deutungshoheit gleichzeitig ein Hinderungsgrund für das friedliche miteinander. Und die Katholische Kirche ist da am radikalsten. Ein Mensch wird von Menschen zum alleinigen Vertreter Gottes auf Erden gekürt. Dieser Mensch ist dann nach der eigenen Lehre unfehlbar. Trotz mehrerer Gegenbeweise (Inquisition, die Erde ist eine Scheibe etc.) halten sie nach wie vor an diesem Dogma fest. Die Strukturen innerhalb der Kirche gleichen denen einer absoluten Monarchie. Der dessen Wort Gesetz ist, der Monarch ist der Papst. Der Adel wird dann präsentiert durch die Bischöfe und was dann sonst noch so alles an Geistlichen in der Kirche existiert. Das gemeine Volk sind dann die Kirchenmitglieder. Die meisten davon wurden ungefragt nach der Geburt mit Wasser überschüttet und in die Kirche gezwungen. Wenn ich das richtig verstanden habe kann man, nach dem Willen der katholischen Kirche gar nicht wirklich austreten, sondern nur dem Staat gegenüber seine Religionszugehörigkeit ablegen. Einmal katholisch immer katholisch. Verbessert mich, wenn ich falsch liege. Diese Art der Staatsführung ist in Europa schon lange erledigt. Natürlich haben wir auch noch unsere Monarchien, die sind aber alle repräsentativ.

Auf die Verfehlungen katholischer Geistlicher will ich nicht näher eingehen, auch diese sind nur Menschen. Die Menschlichen Schwächen und abartigen Tendenzen spiegeln sich natürlich auch dort wieder. Außerdem glaube ich, dass wir da nur die Spitze des Eisberges sehen und die Führung der katholischen Kirche alles daran setzten wird damit nicht noch mehr offenbart wird.

Ich bin ein Mensch der durchaus an das Gute glaubt. Wir Menschen sind zu beidem fähig und jeder von uns trägt beide Tendenzen in sich. Welche wir durch unser Verhalten stärken ist ganz alleine unsere Entscheidung. Man könnte der Meinung sein, dass es unsere Aufgabe ist unser Bestes zu tun. Ich lasse mir dafür aber kein Glaubenskorsett anlegen. Ich stelle mich der Aufgabe selbst zu entscheiden, was ich für richtig und falsch halte. Das ist schwieriger, man ist dann selbst verantwortlich für sein Handeln. Nicht immer ist es mir gelungen den richtigen Weg zu gehen, aber im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf meines Lebens glücklich und zufrieden.

nachdenklich

sachma

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Kommentare
  1. eliorod sagt:

    Lustig, ich hatte erst am Donnerstag eine Diskussion mit meinem Freund darüber, dass man religion und die Katholosche Kirche bei solchen Diskussionen strikt trennen sollte.

    Das Begrüßungskommitee war so richtig nach meinem Geschmack! *fg*

    Ich würde gerne mal wissen, was der Papst so wirklich ganz privat zum Thema Homoehe, Kondom und Abtreibung denkt. Ohne das ganze Offizielle und seinen Hofstaat…..

  2. […] sachma hat hier  ganz Recht, find ich. Solange die mit ihren Ansichten im Mittelalter verhaften bleiben, werden sie auf meine Akzeptanz verzichten müssen. An deren Stelle würde ich mir lieber überlegen, warum mir seit Jahren die Leute in Scharen weglaufen….Die nächste papstwahl kommt sicher. […]

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