Euro Krise, so what?

Veröffentlicht: 30/05/2012 in politisch

In wie weit ich meine Meinung zum Euro,  zur Europäischen Union und zu inernationaler Politik im Allgemeinen hier schon erläutert habe, weiß ich gar nicht mehr. Ich hab den Überblick verloren in welchem Artikel ich was geschrieben habe. In manchen Bereichen habe ich  meine Meinung bestimmt schon wieder der überdacht und geändert. Nichts desto trotz (woher kommt diese Redewendung eigentlich?) möchte ich mich nicht zurückhalten und meine Beitrag zur Diskussion um den Euro leisten.

Das Thema ist schwierig. Ich selber war auf dem Wirtschaftsgymnasium und habe nach meinem geisteswissenschatlichem Studium eine kaufmänische Zusatzausbildung gemacht. Große wirtschaftliche Zusammenhänge haben mich schon immer ineressiert. Insofern verstehe ich die meisten Argumente die führende Wirtschaftsbosse und Politiker anführen durchaus und kann sogar teilweise die Folgen der kursierdenen Vorschläge selber abschätzen. Man darf dabei aber nicht vergessen von wem die Vorschläge kommen. Die meisten die an Entscheidungen beteiligt sind und deren Vorschläge somit diskutiert werden. Sind Menschen mit viel Geld, Menschen  die davon profitieren, dass das System weiter so funktioniert wie es bisher getan hat. Wir reden von einem System das wenigen reichen Menschen immer mehr Geld bringt. Im Umkehrschluß bedeudet das, dass das arme Menschen im weniger Geld haben. Irgendwoher muss das Geld ja kommen. Mein Nachbar kann als alleinerziehernder Vater seinen Strom nicht mehr bezahlen, von Heizöl möchte ich gar nicht erst anfangen. Auf der anderen Seite bekommt ein Martin Winterkorn fast 17.700.000 Euro im Jahr. Ein solches System ist es nicht wert gerettet zu werden.

Beschäftigen wir uns mal mit dem was zurzeit diskutiert wird. Es wird darüber diskutiert was für Folgen es hätte wenn Griechenland aus dem Euro aussteigt. Das ist ganz einfach. Der Euro hätte in diesem Fall asl Währung verloren und würde Stück für Stück weiter abgeschafft. Also muss man darüber überhaupt nicht diskutieren. AUch nicht ob Deustchland aus dem Euro aussteigen sollte, denn auch das würde den Euro abschaffen. Die ganze Rettungsschirm-, Eurobonds- und Laufzeitverlängerungsdiskussionen versteht doch auch keiner mehr. Soll der Rettungsschirm jetzt vergörßert werden oder nicht? Zahlt Griechnland seine Schuledn zurück und wen ja wieviel? Sollen sie dafür mehr Zeit bekommen? Soll scih die EU als ganzes Geld leihen und dafür haften? Ist es überhaupt die EU oder sind es doch nur die Euro-Länder?

Werfen wir einen Blick auf die Ursachen. Wie konnte es zu der Krise in Griechenland und in Folge in gesamt Euroland kommen? Meiner Meinung nach findet man den Grund ganz Anfang des Euros. Man hat eine gemeinsame Währung geschaffen und hat jedem Staat seine Finanzpolitik gelassen. Über bestimmte Regeln hat man versucht die Stabilität zu gewährleisten. Ich bin mir beinahe sicher, dass ich das schon ein Mal in einem früheren Artikel erwähnt habe. Gleich zu Beginn des Euros hätte man sich etwas mehr Zeit lassen sollen und sich nicht nur eine gemeinsame Währung überelegen sollen sondern auch wie man eine europäische Finanzpolitik durchsetzten kann. Ich möchte nicht bestreiten, dass in Griechenland gemisswirtschaftet wurde.ö Das war doch aber nur möglich, weil man sie hat machen lassen. Die Euroländer trifft daran genau so viel Schuld wie Griechenland. Deswegen müssen wir das auch gemeinsam durchstehen.

Welche anderen Lösungen gibt es denn noch, außer das System durch immer noch mehr Hilfsgelder am laufen zu halten. Was im Übrigen zu einem Zusammenbruch des Systems führen würde. Provokante Frage am Rande: Wäre das so schlimm? Ich denke, eine Ursachenforschung wäre angebracht und eine daraus resultierende Beseitigung der Ursachen. Denn was hilft es die Symptome zu behandeln wenn man die Ursache nicht beseitigt? Ich glaube ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre die Einführung einer gemeinsamen Finanzpolitik. Dazu gehören Steuergesetzgebung in EU-Hand, ein europäischer Finanzminister und was weiß ich noch alles. Aber das ist ja auch nicht mein Job.

Zu meiner provokanten Frage. Was würde passieren wenn das System zusammenbricht? Eine Rezession und Inflation die das Geld rapide abwertet. Und was bedeutet das für mich? Die Schulden die ich habe werden weniger Wert sein. Wäre das nicht ein Grund zur Freude? Ich glaube, dass in einem solchen Fall die Solidarität zwischen den Normalbürgern groß genug wäre, dass wir uns zusammenraffen und die Zeit überstehen würden. Richtig leiden würden nur die Menschen mit viel Geld, denn das wäre auf ein Mal nichts mehr Wert. Wie ich vorher schon gesagt habe ist das eine solch verschwindende Minderheit, dass die mir wirklich mal egal sind.

Letzten Endes denke ich, dass die Menschheit auf lange Sicht ohne Geld leben wird. Besitzt hat in dieser Welt eine viel zu hohen Stellenwert. Je mehr ein Mensch besitzt desto mehr ist er wert. Nicht mehr zählt was für ein Mensch man ist. Ich für meinen Teil finde das sehr bedauerlich. Altruismus wird in immer mehr verachtet. Ich stelle das auch immer wieder fest wenn ich mit ehrenamtlichen zu tun habe. Es wird immer nach einer Aufwandsentschädigung gefragt. Wenn ich mal erzähle, dass ich keine nehme und noch nicht mal eine Fahrtkostenabrechnung mache (es sein denn es dreht sich um tausende Kilometer), dann werde ich schräg angesehen. Oft höre ich auch den Satz: „Dann würde ich des gar nicht machen.“ Das verfälscht meiner Meinung nach den Begriff ehrenamtlich.

Früher habe ich meinen Religionslehrer belächelt wenn er sagte: „Geld ist die neue Religion in unserer Welt.“ Heute weiß ich was er meinte.

sachma

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Kommentare
  1. Stefan sagt:

    Sehr schöner Artikel mit einem Abschluss, dem ich nur zustimmen kann.

    • sachma sagt:

      Danke. Ich durfte am Freitag wieder feststellen wie schwer es ist menschliche Köpfe in eine solche Richtung zu öffnen. Die meisten sind nicht bereit sich auf dieses Gedankenspiel einzulassen. Es scheint für viele Menschen keinen anderen Anreiz für die Arbeit zu geben außer dem Geld.

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