Europa, oder nicht Europa

Veröffentlicht: 02/10/2012 in politisch

Auf Facebook gibt es diese Gruppe „Ich will Europa“. Mit meinem dienstlichen Profil bin ich Fan dieser Gruppe, da ich viele meiner Schüler in meiner Freundesliste habe und es denen gegenüber wichtig finde ein Zeichen für Europa zu setzten.

Privat überkommt mich so langsam das große Kotzen. Da spielen sich Menschen als „Botschafter für Europa“ auf, die das System, das das Problem verursacht, brauchen, unterstützen, nicht loswerden wollen. Ich habe schon öfter geäußert, und tue es gern wieder, dass ich die Ökonomie für die Wurzeln allen Übels halte, für ein veraltetes, überholtes Modell. Denn dieses System verursacht Probleme die nur existieren weil es dieses System gibt. Ist das nicht eine Definition für Teufelskreis? Wenn jetzt Menschen Werbung für ein Programm machen, dass mehr Europa fordert, die sich einen Reichtum angeschafft haben bei dem einem (mir) nichts anderes übrig bleibt, als es obszön zu nennen, dann frag ich mich, was diese Person von Europa will. Versprechen sie sich davon noch mehr Marktanteile in anderen Ländern zu erobern und damit Konkurrenten vom Markt zu drängen? Wollen sie eine fast monopolitsiche Stellung am Markt? Den Preis diktieren? Wenn das passiert ist der Preis nicht mehr angemessen. Aus diesen Überlegungen ziehe ich den Schluss, dass solche Menschen eigentlich nur Ihren Reichtum vergrößern wollen. Das andere darunter leiden, ist Ihnen egal.

Meines Wissens nach ist der Wert des Geldes begrenzt. Klar man kann unendlich viel Geld drucken, dadurch erhöht sich aber nicht der Wert. Da gab es in der Geschichte schon mal das Problem. Zurück zum Thema. Geld repräsentiert den Wert, der, wie oben erwähnt begrenzt ist. Das bedeutet wenn einer davon viel hat haben andere deswegen weniger. Diesen einfachen Zusammenhang sehen die meisten Menschen entweder nicht, oder, und das find ich schlimmer, es ist ihnen egal.

Ja, der Bogen den ich schlage wird etwas weit, aber ich komme bald zum Punkt. Ich bin ein starker Befürworter Europas. Lasst uns die Vielfalt leben die uns hier geboten wird. Essen aus den unterschiedlichsten Regionen Europas, Kunst und Kultur ohne Grenzen erleben können, vielen Menschen begegnen können und noch vieles mehr. So lange die Politik aber so eng mit der Wirtschaft verflochten ist, wie sie es momentan ist, wird da nichts daraus. Wir brauchen eine Politik die ein Gegengewicht zur Ökonomie darstellt. Die dem System Fesseln anlegt, nicht ihm Flügel verleiht. Die Normalverdiener sind in der Mehrheit eigentlich sollte das bedeuten, dass dort die Macht liegt. Das hat sich verschoben. Wer viel Geld hat kann Politiker beeinflussen, ob das nun Konzerne sind oder Einzelpersonen. Bei Konzernen ist das noch schlimmer denn sie können mit Auslagerungen von Arbeitsplätzen drohen. In manchem Fall führt das dazu, dass ein Konzern keine Steuern zahlt, weil, wenn man sie einfordert dann ziehen sie weg und dann kann die Region gucken was sie mit den ganzen Arbeitlosen macht. Ganz pervers wird es wenn der gleiche Konzern in Krisenjahren Steuern zurück haben will weil er ja Verlust gemacht hat. Ich hoffe es ist deutlich geworden was ich meine

Jetzt wieder zurück zu der oben genannten Facebook-Gruppe. Wenn also solche Personen diese Gruppe nach außen vertreten dann wird eine Idee Europas vertreten die nicht die meine ist und die ich privat nicht unterstützen werde.
Nächstes Jahr ist Bundestagswahl und da möchte ich mal auf Leinis Text in Sashs Blog verweisen. Ich habe es bei der letzten Bundestagswahl schon so gehandhabt und werde es wahrscheinlich wieder so handhaben. Ich möchte mich nicht für das kleinste Übel entscheiden. Ich möchte nicht für eine Partei stimmen bloß weil mir die Farbe gefällt. Ich gebe nicht viel auf Aussagen von Politikern, die Stellungnahmen werden von Medienprofis geschrieben mit dem Ziel den Politiker gut dastehen zu lassen und nicht seine Meinung zu vertreten. Ganz schlimm werden Politikeraussagen vor dem Wahlkampf dann sind sie nämlich von Marketingagenturen geschrieben. Ich will endlich mal überzeugt werden. Seit dem ich politisch denke hat mich noch keine Partei und kein Politiker überzeugt.

bevor ich mich in Rage schreibe und Leini wiederhole (lest seinen Text) Ziehe ich hier eine Schlußstrich.

es grüßt

sachma

 

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Kommentare
  1. Sica sagt:

    Den Stimmzettel ungültig zu machen, halte ich für keine gute Sache, und auch Sash hält ja nichts davon. Wie Markus es schreibt – es gibt soviele Parteien, da kann man immer noch eine von den Protestparteien wählen, die vielleicht keine 5% erreichen – aber man hat gewählt.

    • sachma sagt:

      Hallo Sica,
      wenn man den Stimmzettel ungültig macht hat man auch gewählt. Die Stimme zählt als abgegeben und wird in die Berechnung der Prozente mit einbezogen. Wenn ich jetzt eine der Protest Parteien wähle wird nicht so deutlich, dass ich meine Stimme keinem geben will. Es ist nicht ersichtlich, ob ich wirklich ein Wähler dieser Partei bin oder eben Protestwähler. Mein Ziel ist es, dass meine Stimme nicht mal inderekt (gar nicht zur Wahl gehen) irgendeiner Partei zu gute kommt.
      Wie gesagt athematisch hat es den gleichen Effekt ob ich ungültig wähle oder eine Protestpartei. Wenn alle Menschen die nicht zur Wahl gehen, weil sie finden, dass es keine Wahl ist, ungültig wählen würden. Dann wäre die Zahl nicht mehr eine kleine Fußnote in der Zeitung sondern eine Erwähnung in den Nachrichten. Das wäre ein Zeichen, dass die Plitik nicht mehr ignorieren kann. Und da will ich hin. Deswegen führe ich diese Diskussion auch immer wieder mit Menschen die mir erklären wollen, dass die eine Partei nicht soo schlecht wie die andere sei. Ich will eine die gut ist und nicht eine die nich ganz so scheiße wie die anderen ist.

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